3. Februar 2011

Überstanden

Ich hatte ja von dem Eissturm erzählt, der uns von Montag auf Dienstag nacht bevorstand.

Wir haben in der Nacht selber nicht viel mitbekommen und haben erst morgens gesehen, dass da doch wirklich überall alles mit Eis bedeckt war.

Welch Glück, dass Joe gleich morgens eine SMS bekommen hat, dass die Uni dicht macht. Somit brauchte er nicht auf die Schlitterstraßen raus.

Den ganzen Tag hat es noch weiter geregnet, aber kein Eis mehr. Und für den Abend und die Nacht haben sie dann noch mal richtig Sturm angesagt.

Und dem war auch so... holla die Waldfee sag ich nur.

Abends fing der Wind schon sehr stark an und gegen 3 Uhr nachts wachten Joe und ich von dem ganzen Geklapper draußen auf.

Und zwar hat der Wind die ganzen Eiszapfen, die durch den Eissturm ÜBERALL hangen, abgebrochen und gegen die Fensterscheiben am Haus gedonnert und auf die Terasse. Das hat total geklirrt und nahm überhaupt kein Ende. Ich hatte jeden Moment damit gerechnet, dass die Fenster kaputt gehen.

Und hinzu kam noch die Angst den Strom zu verlieren. Das wäre richtig blöd geworden. Bei -20 Grad ohne Strom und somit ohne Heizung, das wär schon mehr als nur unangenehm. Alle meine Freunde in Oxford saßen für 6 Stunden ohne Strom da. Das hat mich echt gewundert, weil normalerweise sind wir hier in unserem kleinen Kabuff die ersten, die immer den Strom verlieren.

Die Lichter flackerten auch ein paar Mal, aber Strom blieb zum Glück die ganze Zeit an. Ich bin auch immer zum Fenster gerannt um zu sehen, wie schwer die Eiszapfen auf der Leitung aussehen und wie doll sie nun durchhängt. Panikmache? Ich? Ach... nicht doch ;-)

Na gut, die Nacht hatten wir dann also irgendwie überstanden, der Wind war dann zum Glück auch weg und dann hieß es Mut nehmen und den Blick aus dem Fenster wagen. Irgendwie habe ich immer Angst, dass das halbe Haus eingerissen wurde oder irgendwie die Bäume anderen Schaden anrichten.

Und dann durften wir dieses wunderschöne Kunstwerk bewundern...



Ein dicker fetter Ast, in der Mitte im Garten, senkrecht in die Erde gebohrt. Und so stand er da und stand er da und steht noch immer da ;-) Der ist so fest in der Erde und dem Eis drinn, dass wir erst mal warten müssen, bis das gesamte Eis abgetaut ist, damit wir ihn da rausbekommen.

Ich weiß nicht, aber irgendwie sieht das angsteinflößend aus und ich muss, wenn ich das sehe, immer an die dicke Ursula aus "Arielle die Meerjungfrau" denken, wie sie den dicken Schiffsbalken in ihre Brust gerammt bekommt. Toll, oder? ;-)

Bei den anderen Nachbarn sahen die Gärten auch teilweise so aus und wir haben auch den ein oder anderen neuen Ball und Buddeleimer dazugewonnen. Danke Wind!!!

Aber in Allem haben wir das ganze Spektakel gut überstanden und haben noch mal 2 schöne Tage allesamt zu Hause verbringen dürfen (yep, die haben die Uni auch noch einen zweiten Tag dicht gemacht).

Aber was freu ich mich auf Frühling, das sag ich euch!!!!!!!

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