21. Juli 2010

Berlin: 2. Versuch (Fortsetzung)

Ich verspreche, das ist der letzte Teil von meinem Hinflug. Ist ja bald schon wieder Zeit für den Rückflug ;-)

Aaaaaalso... wo waren wir stehengeblieben... ach ja, beim technischen Problem am Flieger.

Der war nun so schnell wieder weg, wie er auch da war und ich konnte mit ruhigem Gewissen ins Flugzeug steigen (haha, mir war total schlecht).



Ich gehe in den Flieger rein und suche nach meiner Reihe und sehe meinen Platz und auch, dass da schon ein junger Mann in dem Sitz neben mir sitzt.

Sofort als er sah, dass ich mich neben ihm platziere (mit Baby), sehe ich, wie die Knalltüte (sorry, aber ich drücke mich noch nett aus) mit den Augen rollt und schon gleich mal total bedient war. Stimmt ja auch... Mutter mit Baby, das kann ja nur nach hinten losgehen. Der arme Mann, 8 Stunden mit nem Baby neben sich, er tat mir ja so doll leid... :/

Da ich auf den Blödmann echt keine Lust hatte, hab ich die Stewardessen gefragt, ob die vordere Reihe (die, wo man das Babybettchen einhängen kann) noch frei ist und siehe da, keine 2 Minuten später bot man mir die ganze Reihe (3 leere Sitze) an. Der Knalltüte fiel ein riesen Stein vom Herzen, und mir ertt recht. Er war zwar immer noch leicht versetzt links neben mir, aber zumindest braucht ich sein bedientes Gesicht nicht mehr angucken.



Gut... das also auch überstanden und nicht viel später geht's auf's Rollfeld. Und dann kam der nächste Schreckensmoment (oder soll ich sagen die nächsten 7 Schreckensstunden?).

Das mag jetzt total vorurteilig klingen und wahrscheinlich nehm ich mir da auch nicht viel von der Knalltüte mit seinem Vorurteil Babys gegenüber, aber...

...rechts in der Reihe neben dem Gang saßen 2 Männer. Der eine sah, naja, wie soll man sagen... irgendwie so aus, als wenn er bald was vorhaben würde. Langer Vollbart, so ein komisches Buch in der Hand und sah mega nervös aus. Der hat die ganze Zeit entweder hin und hergeschaukelt, oder ist aufgestanden um zu beten (was ja alles bei weitem nicht schlimm ist), sein Buch tausend mal geküsst, Handzeichen gegeben und permanent sich umgedreht und nach hinten geschaut. Der hat mich sowas von nervös gemacht und ich habe mir schon das Schlimmste ausgemalt.

Da ich ihn dann immer so nervös angeschaut habe (ich hatte echt Schiss), fing er auch an, mich nervös anzuschauen, was mich widerum noch nervöser machte.

Ich habe wirklich mit dem Schlimmsten gerechnet. Aber wahrscheinlich hatte der einfach genauso viel Angst vor dem Fliegen wie ich und wir waren beide nur nervös ;-).



Und hinzu kam dann noch der junge Mann neben ihm...

Ich war gerade mit Anabel beschäftigt (wir standen gerade zum Abflug bereit auf dem Rollfeld) und ich gucke hoch und sehe nur noch, wie er einen kleinen schwarzen Kasten in der Hand hält, der an der einen Seite irgendwas blaues hatte (sah aus wie Klebestreifen) und wie er ein schwarzes Kabel darumwickelte und es vorsichtig vor sich auf den Boden legte. Und weil ich ja so eine blühende Fantasie habe, könnt ihr euch ja denken, was mir in diesem Moment durch den Kopf ging... genau... ein Bömbchen. Ich habe wirklich Panik geschoben und gebetet.

Kurz darauf holt er das Teil dann noch mal raus (wir fliegen nun schon) und ich sehe, wie er ein Foto damit macht. Jup, war nen Fotoapparat. Ein ganz komischer altmodischer mit blauem Gehäuse.

Ähm... das war mir mehr als nur unangenehm. Ich glaub in dem Moment war ich die Megaknalltüte.

Anabel war dann noch ca. eine Stunde wach, hat noch tausend mal währenddessen getrunken und ist dann eingeschlafen.



Mir boten dann mehrere Nicht-Knalltüten an, dass sie auf Anabel aufpassen könnten, wenn ich mal auf die Toilette musste und das Angebot hab ich auch angenommen, als Anabel ab und zu mal wach war und ich sie dann ins Babybett legen konnte. Weil zum Schlafen fand sie es ja doof, ich durft sie die ganze Zeit halten (war gaaaaaaanz super).

Ich war den ganzen Flug wach, konnt mich aber dank Anabels ausgezeichnetem Verhalten wunderbar ausruhen.

Eine halbe Stunde zu früh sind wir Donnerstag morgen endlich in Berlin gelandet und ich habe mich bestimmt 1000 mal bei dem Herrn im Himmel bedankt, das wir heile angekommen sind.



Noch schnell durch den Zoll, das ging reibungslos und noch auf's Gepäck gewartet. Mein Koffer hat leider ein Röllchen in New York verloren, aber ansonsten ist alles heile angekommen.

Und da standen dann mein Papa und Maria :-) Hach, war das schön. Meine Mama passte leider nicht mehr ins Auto, weil ich ja Kinderwagen und Koffer hatte.

Das Wiedersehen war total schön und ich genieße meine Zeit hier in vollen Zügen.

Nun hoffen wir nur, dass wir den Rückflug auch noch irgendwie überstehen und dann kann ich ja wieder berichten.

Alles in Allem war die Anreise (außer dem Tag Verspätung und der 'kleinen' Panikattacke) wirklich recht angenehm und Anabel hat sich mehr als nur wacker geschlagen.

1 Kommentar:

Unknown hat gesagt…

Oh mein Gott Jeane, was musst du die Stunden durchgemacht haben. Ich hab ja auch so eine sehr blühende Phantasie....ich weiss wohl, warum ich NIE fliegen will :)

LG

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